Ein Netz der Solidarität

Integration ist Chance für die Region

Vor nahezu einem Jahr haben sich verschiedene Gubener Vereine, soziale Träger, Verwaltungsmitarbeiter und Einzelpersonen zu einem „Netzwerk Flucht und Migration“ in Guben zusammengefunden. Ziel war und ist es, einerseits das haupt- und ehrenamtliche Engagement der Gubener abzustimmen und zu koordinieren, andererseits neue Konzepte und bedarfsgerechte Angebote für die Herausforderungen der neuen Situation zu entwickeln. Die Hilfsbereitschaft der Gubener ist groß. Neben Spenden aller Art werden die Ankommenden ganz praktisch unterstützt. Deutschkurse, Familienpatenschaften und Hausaufgabenhilfe, Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen – vieles ist mit der Hilfsbereitschaft der Gubener einfacher für alle Beteiligten.


„Integration ist keine einseitige Sache, man muss die Hand reichen, Verständnis füreinander entwickeln“, so Regina Bellack, ihres Zeichens Integrationsbeauftragte der Stadt. Schon allein durch die sprachliche Barriere kann es zu Missverständnissen kommen, die mit der Bereitschaft, einander verstehen zu wollen, ausgeräumt werden können.
Umgekehrt weiß Frau Bellack von positiven Erlebnissen, die die Nachbarschaft überraschten. Hilfsbereitschaft und Achtung insbesondere Älteren gegenüber wird bei anderen Kulturen hochgehalten. Die Tür für den anderen öffnen, den Einkauf nach oben tragen oder das simple Grüßen im Hausflur halten mit den neuen Nachbarn wieder Einkehr in so manche Hausgemeinschaften. „Wer hierher kommt, will einfach nur in Frieden leben“, weiß Frau Bellack aus ihren zahlreichen Begegnungen. Im einmal im Monat stattfindenden „Allerweltscafé“ können sich Flüchtlinge und Gubener treffen, Erfahrungen austauschen, Hilfe bei Behördenangelegenheiten erhalten. Es ist ein Ort zum ganz unverbindlichen Treffen, der auch für Frau Bellack neue Impulse gab: „Ich habe in dieser Zeit schon so viele hilfsbereite nette Menschen kennen gelernt aus ganz verschiedenen Kulturen. Das ist für mich eine  wirkliche Bereicherung, die ich nicht missen möchte.“ Natürlich ist die Situation der vielen ankommenden Flüchtlinge für alle Beteiligten neu und eine Herausforderung. Aber sie ist zu meistern, wenn man sieht, was die Nachbarländer der Krisenregionen bei viel geringerem Wohlstand leisten.

 

Regina Bellack Integrationsbeauftragte der Stadt Guben

„Ich wünsche mir, dass die Gubener neugierig sind auf die Anderen“, so Frau Bellack. Letztlich sind die Neuankömmlinge eine Chance für die Region, die so dringend Fachkräfte für Industrie und Handwerk benötigt. Für Guben eröffnen sich ganz neue Perspektiven, wenn es gelingt diese Menschen im Ort zu halten. Die Willkommenskultur, wie sie sich auch im Engagement der GuWo bei der Bereitstellung von Wohnraum bei gleichzeitigen Gesprächen mit den Mietergemeinschaften zeigt, ist für sie an dieser Stelle beeindruckend. Das Angebot, einen Dolmetscher für Gespräche zu stellen, zeigt, dass hier Integration von zwei Seiten gedacht wird. Das ist beispielhaft.